German Time or South African Time?

oder:


In der Ruhe liegt die Kraft !


Blech Pur in Südafrika

 

In der Kapregion Südafrikas gibt es ca. 40 Posaunenchöre (so genannte „Brass Bands“), mit denen das Posaunenwerk der EKHN einen engen
Kontakt pflegt. Schon bei meinem ersten Besuch der Genadendal
Brass Band (älteste Missionsstation Südafrikas) im Jahr 2003 war ich
begeistert von der Schönheit des Landes und der Herzlichkeit der sehr engagierten Bläserinnen und Bläser dort.
Bereits 2004 zum Landesposaunentag in Giessen konnte dann ein Gegenbesuch der Genadendal
Brass Band ermöglicht werden und
nach langem Planen und Fiebern war es im Oktober 2006 endlich soweit:

Mein Auswahlensemble „Blech pur“ startete zu seiner ersten Auslandsreise seit Bestehen des Ensembles – und dann gleich so weit weg,
wie es nur gehen kann:

Südafrika !

Frank Vogel

 

Hier unser Reisebericht, gespickt mit einigen Fotos. Diese können zur Vergrößerung angeklickt werden.


Zugegeben, der Südpol wäre noch weiter entfernt gewesen aber diese Option kam eigentlich nur für Paul, unseren Polarexperten, wirklich in Frage.
Tatsächlich waren sich alle einig, dass das Klima des ausgesuchten Ziels ganz erträglich sein dürfte, zumal in Südafrika im Oktober der Frühling
schon stark zum Sommer tendiert.

Haste gedacht! Bei Ankunft der Blech Pur – Mitglieder ...


Blech pur vor der Tsitsikamma Grundschule

Trompeten:

Christian Göbel, Roland Schütz, Stefan Dürr, Hannes Ellert (mit Ehefrau Kerstin), Franz Brobald (mit Ehefrau Xiao Meng)

Waldhorn:

Elisabeth Möbs,

Posaunen:

Frank Vogel, Mario Sauer, Jürgen Derer, Paul Momberger,

Tuba:

Benny Scholian,

Schlagzeug:

Kai Stiebeling

 

... waren es gerade mal 8 Grad Celsius und die Jacken blieben erstmal das gängige Kleidungsstück. Das sollte sich jedoch ziemlich schnell ändern. Umso
warmherziger war der Empfang durch den Präsidenten der BBSA (
Brass Bands of South Africa, dem Posaunenchorverband in Südafrika), Christo Appel
und später auch der vielen anderen Gemeinden und
Brass Bands der Gastgeber.


Begrüßung bei der Ankunft am Flughafen in Kapstadt
( zur Vergrößerung auf das Foto klicken )

Total gespannt auf Land und Leute stürzten wir uns also in das Unternehmen: „Man absolviere in 12 Tagen 10 Auftritte in 8 Orten, lege ca. 3400 km zurück
und schaue sich zwischendurch alles Sehenswerte in Ruhe an!“ Dabei stellten wir schnell den Unterschied in der Zeitrechnung von Deutschen und Südafrikanern
fest. Nicht nur, dass in Südafrika die Jahreszeiten in den völlig falschen Monaten stattfinden, auch wurde uns schnell klar, dass hier der Tag mehr als 24 Stunden
zu haben scheint. Anders ist nicht zu erklären, dass unser Sightseeing-Programm generell bis eine Stunde vor dem geplanten Konzertbeginn dauerte, wir dann
eine Fahrt zum Konzertort von ca. 1,5 Stunden zurücklegten, vor Ort noch schnell einen Soundcheck von ca. 30-45 Minuten durchführten, uns danach in den Gastfamilien sowohl frisch machten als auch umkleideten, anschließend ein kleines, intimes Mahl zu uns nahmen und die Konzerte trotzdem allesamt pünktlich begannen. Wie das sein kann? Nun, man beginnt in SA nicht zur angegebenen Uhrzeit sondern dann, wenn alle da sind. Vor allem, wenn die Musiker die letzten
sind, die in der Kirche aufkreuzen! Schnell tauchte die Frage auf, ob in Deutschland alle Zuhörer geduldig 1-2 Stunden warten würden, um sich dann noch ein zweistündiges Konzert anzuhören …

Schnell übernahmen wir diese Lebensart und das erste geflügelte Wort der Tournee war geboren. Bei jeder Terminabsprache ertönte nun die Frage:

 „German Time or South African Time?“



Kapstadt, unsere erste Station, ist eine traumhaft gelegene, fast etwas europäisch anmutende Metropole mit unglaublichem Charme.
An der Waterfront (benannt nach der Königin Victoria und ihrem Sohn Prinz Albert) treffen sich Menschen aus der ganzen Welt und man hört viele verschiedene Sprachen:

Hessisch, Bayrisch, Sächsisch, Badisch, Kölsch, Norddeutsch etc., dazwischen ein wenig Englisch und Afrikaans.

Wir hatten den Eindruck, dass die gesamtdeutsche Urlauberschaft mit uns angereist war.
In mehr als 50 Restaurants, Cafes, Kneipen, Läden und Boutiquen findet der geneigte Tourist (nahezu) alles, was er oder sie für typisch afrikanisch hält.
(komisch: auf manchen Waren steht „made in Taiwan“ drauf)
Strassenmusik an der Waterfront


Blick auf den Tafelberg



Hier an der Waterfront trafen wir in einem von uns stark frequentierten Cafe auf einen ganz ausgeflippten Typen, von dem anfangs keiner ahnte,
dass er uns bis zum Ende unserer Tour (bzw. bis zum heutigen Tage) auf eine sehr besondere Art begleiten würde:

„Lynton“


Lynton, ein namibischer Rettungsassistent und als solcher auf der ganzen Welt herumgekommen, entpuppt sich als wahre Goldgrube für Insidertipps. Für jeden noch so ausgefallenen Wunsch hat Lynton einen Freund, den er per Handy sofort kontaktiert und der für uns (zu einem unschlagbaren Preis versteht sich) vom Helikopterflug in einer echten Huey über Haifischzähne, billigen Zigaretten bis hin zu meterhohen, handgeschnitzten Hippos aus Ironwood und ausgestopften Warthogs (Warzenschweine) alles sofort beschaffen kann, was unser Herz begehrt. Wir sind begeistert. Nach den ersten paar Treffen beschließt Lynton sogar, uns auf unserer weiteren Tour zu begleiten. Na dann konnte ja nix mehr schief gehen, oder doch? Übrigens warten wir noch heute auf den Heliflug und die Haifischzähne. Aber Lynton hat uns (längst zurück in good Old Germany) erst letztens gemailt, dass er nun das Hippo und das Warthog besorgt und in seiner Wohnung in Kapstadt deponiert hat. Unglücklicherweise können wir die Sachen aber gerade nicht abholen, weil er bis März im Irak unterwegs sein wird.

Von Lynton lernten wir das zweite geflügelte Wort unserer Reise: „Inschallah – that`s Africa!“

Die komplette „Neverending Story“ über Lynton kann gerne bei  Frank Vogel erfragt werden…

 
Nach Besichtigung von Tafelberg, den 12 Aposteln ....

.... dem Two Oceans Aquarium ....





... dem Kap der guten Hoffnung ...





... und nach Camps Bay, dem Restaurant „Beat the Burger“ und dem Konzert in Bellville ging es ein Stück die Westküste hinauf nach Goedverwacht.

 

Dort nahm Blech Pur nach einem eigenen Konzert auch
am
Brass-Festival der BBSA (Western Cape) teil.



Gemeinsam mit hunderten Bläserinnen und Bläsern und ebenso vielen Besuchern feierten wir einen beeindruckenden Festgottesdienst mit viel Blech-Musik in sengender Hitze.


Die nächste Konzertstation war Pella (Mamre).






.

Von hier aus fuhren wir quer durchs Land nach Osten in Richtung Stellenbosch, der berühmten Weingegend.


Es versteht sich quasi von selbst, dass wir auf dem Weg nach Stellenbosch
natürlich nicht das Weingut Spier besichtigt haben, dass wir dort keine
Weinprobe besucht und auch nicht vorher fürstlich beim afrikanischen Buffet 
gespeist haben. Ebenso wenig wird es verwundern, dass wir keinen
südafrikanischen Wein als Mitbringsel eingekauft haben.







Weiter ging es über den Sir Lowry's Pass (grandioser Ausblick auf Stellenbosch - siehe Foto links oben) und die False Bay ( Foto rechts oben) nach Genadendal, wo uns die Mitglieder der Brass Band mit ihren beschwingten afrikanischen Melodien begrüßten. Am nächsten Tag stand ein weiterer Höhepunkt der Tour auf dem Programm: „Vogel-watching“, Entschuldigung.. „Whale-watching“ in Hermanus ( siehe Foto rechts unten ). Unsere Gastgeber waren skeptisch, ob wir Wale zu sehen bekommen würden, weil diese imposanten Tiere eigentlich eher im September vor der Küste Südafrikas erscheinen aber wir hatten Glück. Genau gezählte 33 Exemplare tummelten sich direkt vor unseren Augen im Meer (wobei wir nicht ganz sicher sind, ob da nicht Frank Vogel mitgerechnet wurde).





Tsitsikamma National Park
Nach Konzert und Abschied von unseren Freunden in Genadendal fuhren wir entlang der traumhaften
Garden Route zum Tsitsikamma National Park,
wo nach dem Konzert in Thornham ein „day-off“
auf dem Programm stand.


Nach der langen Fahrt wurde dies auch gerne für eine gruppendynamische Abendparty und anschließendem gemeinsamen Frühstück genutzt.



Storm´s River
Trotz allem ließen wir uns nicht lange
Grundschule zu besuchen, um den
und mit dem Markenzeichen von

bitten, am freien Tag spontan eine nahe gelegene
Kindern ein kleines Zusatzkonzertchen zu geben
Blech pur, den „Brass Cats“, zu erfreuen.






Bei der Weiterfahrt Richtung Port Elisabeth, dem letzten Konzertort unserer Tour, erfreuten wir uns mit der Ausübung einiger
kurzweiliger und extrem ungefährlicher Sportarten wie Bungee-Jumping, Canopy-Tour und Shark-Diving im Indischen Ozean.




     


Auch in Port Elisabeth wurden wir herzlich von den
ortsansässigen Bläserinnen und Bläsern empfangen.
Gemeinsam mit der Salem Brass Band gestalteten
wir den Sonntagsgottesdienst und verlebten drei wundervolle Tage mit unseren Gastgebern.

Natürlich gaben wir auch dort ein Konzert
vor begeisterten Zuhörern.
Obligatorisch war der Besuch des Addo Elephant Parks
(die Elefanten wollten Frank Vogel gar nicht mehr weg lassen).



Diesen " Elefantenbesuch " verknüpften wir mit einem Abstecher in die Missionsstation Enon.



Dort wartete ein opulentes Mittagmahl auf  uns und es verstand sich von selbst, dass wir (nach wenigen kurzen Atemübungen zur schnellen Verdauung) in der Kirche ein paar kleine Kostproben unseres Programms zum Besten gaben. Einige der begeisterten Zuhörerinnen führten dazu sogar einen „Säbeltanz“ auf.


 Am letzten Tag der Reise besuchten wir den Kragga Kamma Game Park,
in dem wir weitere Wildtiere wie Giraffen, Rhinos und Büffel sehr hautnah erleben durften.

  


    
    Wir sind sehr froh, generell bei Gastfamilien untergebracht gewesen zu sein.
Dies hat uns Einblicke in die südafrikanische Lebensweise ermöglicht,
die ein
„normaler“ Tourist nie erhält.

Insgesamt eine tolle Reise in ein traumhaftes Land,
indem
wir viele Freunde gewinnen konnten.

Das hat Lust auf „mehr“ gemacht.

                                                                                                    Blech-Pur

   

   


Weitere Bilder von unserer Reise findet man in der

Foto - Galerie - Südafrika


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